Donnerstag, Juni 18, 2009



Der Traum vom Fliegen

"... und wenn du es wieder mal müde bist,
wie eng und begrenzt dein Leben ist,
und die ganze Erde erscheint dir fast
umsponnen von einem grauen Netz,
in dem du dich hilflos verfangen hast,
ein Netz aus Gewohnheit, Gewalt und Gesetz,
ein Netz aus Grenzen von Staat zu Staat,
Grenzen aus Dummheit und Stacheldraht,
Grenzen des Geldes, begrenzte Zeit
und die Grenzen der eigenen Fähigkeit ...
... und wenn du dich wieder mal wund gestoßen
an den Gitterstäben, den kleinen und großen,
und du weißt genau: Du kommst nie mehr vom Flecke,
du bleibst gefangen im engen Raum,
dann hockst du dich nieder in deiner Ecke
und träumst den alten Traum:

Da breitest du weit deine Arme aus
und ein tiefer Atemzug!
Du schwingst dich empor über Straße und Haus
im traumhaftenVogelflug.
Du fliegst und du fliegst und du brauchst kein Ziel,
das Dasein selbst ist Glück!
Keine Grenze dort unten bekümmert dich viel,
und du möchtest nie zurück.

Es ist alles so einfach. Du wunderst dich kaum.
Und du weißt in dem Traum: Es ist kein Traum!

Und du fragst dich, warum man es je vergisst,
warum man nicht glaubt daran,
dass man immer so frei wie ein Vogel ist
und in Wahrheit fliegen kann."

Michael Ende

Montag, Juni 08, 2009

Am Steuer einer Antonow AN-2

Traum vom Fliegen

Und wieder mir träumte, ich wäre geflogen,
und dieses Mal war es doch sicherlich wahr,
denn ich hatte so leicht wie die Luft ja gewogen
und hatte die Knie an den Körper gezogen,
und es ging wie im Flug, im beherztesten Bogen
hoch über der schwergewichtigen Schar,
es war keine Täuschung, ich war nicht betrogen,
es flogen die Stunden, die Tage, das Jahr.

Mit fliegenden Hoffnungen vollgesogen,
so wach' ich mit müderen Gliedern auf.
Zu Lande ist Leben; und angelogen,
vom leichtesten Trug an der Nase gezogen,
aus allen Himmeln zur Erde geflogen,
da lieg' ich, da liegen die Lügen zuhauf.
Und trotzdem bleib' ich dem Traume gewogen,
so läuft er sich leichter, der Lebenslauf.

Karl Kraus

Sonntag, Juni 07, 2009

Häuptling Rote Locke
(Raymond Voß - Torfrock)


"Der Sauladen hier ist mir zu ruhig, hier zieh'n wir bloß noch Frauen durch!
Paßt auf wir schmier'n uns paar Brote,
und torkeln in die Boote!"

Denn sind wir auf See und sing'n das,
Lied von die Wikingers

Schlag und schlag und

Wir saufen den Met
bis keiner mehr steht,
unser Häupling heißt Rote Locke
wir verbrauchen viel Frau'n
und tun Leute beklau'n
und hau'n uns reichlich auf die Glocke.

(Torfrock)

Montag, Juni 01, 2009

Nordisch by Nature

Sturmfest und erdverwachsen

Von der Weser bis zur Elbe,
Von dem Harz bis an das Meer
Stehen Niedersachsens Söhne,
Eine feste Burg und Wehr.
Fest wie unsere Eichen
halten alle Zeit wir stand,
Wenn Stürme brausen
Übers deutsche Vaterland.
Wir sind die Niedersachsen,
Sturmfest und erdverwachsen,
Heil, Herzog Widukunds Stamm!

(Lied der Niedersachsen)

Sonntag, Mai 31, 2009

Letztschöpferische Erkenntnis

Horche nicht hinter die Dinge. Zergrübele dich nicht. Suche nicht nach dir selbst.
Du bist nicht!
Du bist der blaue verschwebende Rauch, der sich aus deiner Zigarette ringelt,
der Tropfen, der eben aufs Fensterbrett fiel,
das leise, knisternde Lied, das durch die Stille deiner Lampe singt.

Arno Holz

Samstag, April 25, 2009

Die Puhdys
Es gibt Hoffnung ;)



video


In hundert Jahren ist es soweit,
dann werde ich wieder hier steh'n.
In hundert Jahren leb ich erneut
und werd' neue Wege gehn.

Im zweiten Leben weiß ich wie es geht,
ich hab's ja schließlich schon mal erlebt.
Ich kenn die Sehnsucht und die Vergänglichkeit
und das Geheimnis der Dunkelheit.

Beim zweiten Mal leb' ich perfekt und total,
ich mach dieselben Fehler nicht noch mal,
werde mich besser verstecken
vor den bösen Zecken
und brauch mir keine Wunden zu lecken.

Im zweiten Leben will ich dich wiederseh'n.
Ich würde mit dir auch durchs dritte geh'n.

In hundert Jahren ist es soweit,
dann werde ich wieder hier steh'n.
In hundert Jahren leb' ich erneut
und werd' neue Wege geh'n.

Puhdys

Mittwoch, April 22, 2009

Die Mitteilungsmöglichkeit
des Menschen ist gewaltig,
doch das meiste, was er sagt,
ist hohl und falsch.

Die Sprache der Tiere ist begrenzt,
aber was sie damit zum Ausdruck bringen,
ist wichtig und nützlich.

Jede kleine Ehrlichkeit
ist besser als eine große Lüge.

Leonardo da Vinci
 

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